Ein Künstler auf Zeit im Hofsalon
Was braucht ein Hinterhof, damit Menschen dort gern bleiben, auch wenn gerade keine Veranstaltung stattfindet?

Mit dieser Frage hat sich der Künstler Martin Fink mehrere Wochen lang im Altenburger Hofsalon beschäftigt. Er war dort im Rahmen des Projekts „Stadt.Land.KultTour als sogenannter Artist in Residence zu Gast. Das heißt ganz einfach: Ein Künstler kommt für eine bestimmte Zeit an einen Ort, lernt ihn und die Menschen kennen und entwickelt daraus eine künstlerische Arbeit.
Der Hof hinter der Brüderkirche wird schon heute für viele Veranstaltungen genutzt. Mehr als 30 ehrenamtlich organisierte Angebote finden dort im Jahr statt. Dazwischen aber ist der Hof oft einfach wieder nur ein Hinterhof. Genau das wollte Martin Fink verändern.
Deshalb kam er nicht mit einem fertigen Plan nach Altenburg. Er schaute sich den Hof genau an, sprach mit Menschen vor Ort und lief durch die Stadt. Dabei interessierten ihn auch Altenburgs Häuser, alte Mauern, neue Gebäude, unfertige Stellen und all die Spuren, die eine Stadt über viele Jahre bekommt.
Danach wurde gemeinsam gebaut, gestrichen und ausprobiert. Die Garagen bekamen ein neues Gesicht und über ihnen entstand der große Schriftzug HOFSALON. Datum und Name der jeweiligen Veranstaltung können dort künftig immer wieder ausgetauscht werden. So sieht man schon von außen: Hier passiert etwas.
Aber eigentlich geht es um mehr als Farbe und einen neuen Schriftzug. Es geht darum, wie aus einem Platz ein Ort wird, den Menschen gern nutzen und zu ihrem eigenen machen.
Der Hofsalon soll deshalb auch nicht irgendwann „fertig“ sein. Er darf sich weiter verändern. Er kann ein Ort zum Lesen sein, zum Spielen, zum Bauen, zum Feiern, zum Diskutieren oder einfach zum Zusammensein.
Und genau darum geht es auch bei Stadt.Land.KulTour: nicht irgendwo mit einer fertigen Idee aufzutauchen, sondern erst einmal zu schauen, was schon da ist, was Menschen brauchen und was man gemeinsam daraus machen kann.
Mehr Infos: www.stadtlandgestalten.de




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