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Bornshain macht einfach. Und zeigt, was geht.

Wie ein kleines Dorf mit viel Engagement seine Zukunft selbst in die Hand nimmt


von Susann Seifert


165 Einwohner. Mehrere Vereine. Eine aktive Feuerwehr. Und ziemlich viele Ideen.


Bornshain ist so ein Ort, über den man schnell hinwegfährt, wenn man ihn nicht kennt. Zwei Kilometer nördlich von Gößnitz, leicht erhöht, mit Blick über die Pleiße. Fachwerk, Vierseithöfe, eine alte Kirche im Zentrum. Ruhig. Überschaubar.


Und gleichzeitig: erstaunlich in Bewegung.


Jetzt wurde das im Ort sichtbar gefeiert: die Einweihung der Kinder- und Holzwerkstatt und der zweite Teil der „Lebendigen Ortsgeschichte“.


Viele Bornshainerinnen und Bornshainer waren da. Zum Feiern. Zum Schauen. Und auch, um gemeinsam nach vorn zu blicken.


Und es war schön zu sehen, mit wie viel Stolz Steffen und Luise Haage und das gesamte Team ihre Bornshain-Anstecker getragen haben. So fühlt sich Zugehörigkeit an.


Die Kinder- und Holzwerkstatt ist dabei mehr als nur ein neuer Raum. Eine ehemalige Garage wurde vollständig entkernt, neu aufgebaut und ausgestattet. Rund 500 Stunden Arbeit sind hier hineingeflossen, finanziert über Fördermittel und getragen vom Engagement der Menschen vor Ort.


Heute ist das ein Ort, an dem Kinder gemeinsam kreativ werden können. Beim Einweihungstag wurden hier bereits Osterschilder aus Holz gesägt und erste Stühle restauriert. Lernen passiert hier nicht theoretisch, sondern ganz praktisch.



Im Vorfeld wurde der zweite Teil der „Lebendigen Ortsgeschichte“ eingeweiht. An mehreren Gebäuden im Ort, darunter Feuerwehr, Holzwerkstatt, eine ehemalige Apotheke und drei Familienhäuser, wurden Schilder angebracht, die ihre Geschichte erzählen und ihre Bedeutung für Bornshain sichtbar machen.


Der erste Teil wurde bereits im vergangenen Jahr umgesetzt.


Die Idee dahinter: Die Geschichte des Ortes nicht nur bewahren, sondern zugänglich machen. Und sie in die Zukunft tragen.


Und dann ist da noch das große Vorhaben: Gablers Gut.


Gablers Gut
Gablers Gut

Ein Areal im Ortskern, lange ohne klare Nutzung. Früher ein großer Hof, heute eine Steinfläche mit Potenzial. Hier soll ein neuer Dorfmittelpunkt entstehen. Mit Jugendclub, Spiel- und Sportflächen, Aufenthaltsorten und Infrastruktur.


Ein Projekt mit einer Größenordnung von rund 650.000 Euro.


Damit das gelingen kann, braucht es mehr als Engagement. Es braucht Struktur und Tempo. Der Heimatverein hat sich deshalb ausdrücklich beim Bürgermeister und der Bauverwaltung bedankt. In kurzer Zeit wurde hier intensiv geplant und gearbeitet, damit rechtzeitig ein Fördermittelantrag gestellt werden kann. Auch das gehört zur Geschichte: eine Verwaltung, die ermöglicht. Und ein Gemeinderat, der den Weg einstimmig freigemacht hat.


Bürgermeister Hendrik Läbe und die Leiterin des Bauamts der Gemeinde Nobitz
Bürgermeister Hendrik Läbe und die Leiterin des Bauamts der Gemeinde Nobitz

Vor Ort war auch Elisabeth Kaiser, die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland. Sie ist unterwegs mit dem Blick auf gleichwertige Lebensverhältnisse und darauf, wie sie konkret entstehen. Bornshain liefert dafür ein sehr konkretes Beispiel.


Und wer sich selbst ein Bild machen will: Am 6. Juni lädt Bornshain zum großen Dorffest ein. Vielleicht die beste Gelegenheit zu sehen, was passiert, wenn ein Dorf nicht wartet, sondern einfach macht.



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© Susann Seifert, Farbküche / Illustrationen: Maren Amini

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