Ehrenamt im ländlichen Raum
- Susann Seifert
- 5. Mai
- 9 Min. Lesezeit
Darüber durften wir am 15. April 2026 im Ausschuss für Sport und Ehrenamt des Deutschen Bundestags sprechen. Und eine Stellungnahme einreichen. Lest hier:
- Stellungnahme -
Wir müssen Orte für alle schaffen, in einer neuen Landschaft des Engagements
Die Menschen sind da. Die Ideen sind da. Doch das Ehrenamt im ländlichen Raum ist noch auf zu wenige Schultern verteilt. Eine neue Engagement-Landschaft entsteht nicht von selbst. Sie braucht Orte, Wissen, Ressourcen, Netzwerke – und verlässliche (politische) Rahmenbedingungen, der sie zusammenhalten.
von Susann Seifert & Anja Fehre

Bei uns ist der Name Programm: Das Altenburger Land gehört zu den Regionen Deutschlands mit dem höchsten Altersdurchschnitt. Das ist spürbar im Alltag. Und es zeigt sich im Ehrenamt. Uns begleitet seit vielen Jahren ein Hashtag, den sicher viele selbst kennen: #immerdieselben. Denn es sind meist ein und dieselben Menschen, die in Städten und Gemeinden auf Vereinsebene und in Initiativen Verantwortung übernehmen. Oft übernehmen diese Menschen mehr als nur eine Aufgabe. So lastet zu viel Verantwortung auf zu wenigen Schultern.
Unsere Region ist reich an Kultur und Geschichte. Doch immer weniger Menschen teilen diese: Die Einwohnerzahlen in diesem Zipfel Thüringens, der südlich von Leipzig nach Sachsen hereinreicht, haben sich seit der Wende halbiert.
Nachwuchs fehlt, Wissen und Orientierung sind nicht selbstverständlich zugänglich, unterstützende Strukturen sind oft zu dünn gewachsen. Gleichzeitig nehmen bürokratische Anforderungen zu – ein zusätzlicher Ballast, der auf allem und allen lastet. Für viele, insbesondere junge und alte Menschen, wird inzwischen schon der Weg zum Engagement selbst zur Hürde: weil Orte durch einen nicht flächendeckend ausgebauten Nahverkehr schwer erreichbar sind.
WANDEL WIRD ALS UNSICHERHEIT ERLEBT, NICHT ALS CHANCE
Hinzu kommen gesellschaftliche Verschiebungen: Viele Menschen sprechen nicht (mehr) miteinander, einige haben sich zurückgezogen – nicht aus Desinteresse, sondern weil sie nicht mehr daran glauben, dass ihr Handeln etwas bewirken kann.
Im Altenburger Land prägen die Umbrüche der 1990er Jahre bis heute viele Biografien. Viele Menschen haben erlebt, dass sich ihr Leben grundlegend verändert hat, ohne dass sie es mitgestalten konnten. Deshalb wird Wandel heute oft nicht als Chance erlebt, sondern als Unsicherheit. Und aus Unsicherheit entsteht selten Engagement, sondern eher Rückzug. Es fehlt eine spürbare Aufbruchstimmung, die Menschen in Bewegung bringt. Wir hören stattdessen täglich Sätze wie: „Das bringt doch eh nichts.“. Oder gegenüber jungen Menschen: „Sieh zu, dass du wegkommst.“
So verliert Engagement auf Dauer an Kraft. Das Gefühl fehlender Selbstwirksamkeit ist dabei eine der größten Erosionskräfte. Denn wo Menschen nicht mehr daran glauben, etwas bewirken zu können, beginnt die Stimmung in der Region zu kippen.
BERICHTSPFLICHTEN BREMSEN DAS ENGAGEMENT
Engagement entsteht nicht im luftleeren Raum, sondern ist Teil einer Landschaft und abhängig von ihren Bedingungen. Viele Kommunen sind finanziell und personell stark eingeschränkt. Das betrifft längst nicht mehr nur freiwillige Aufgaben, sondern zunehmend auch die Grundversorgung. Besonders sichtbar wird das bei den Freiwilligen Feuerwehren: Menschen, die zentrale Aufgaben übernehmen, kämpfen um Ausstattung und verlässliche Einsatzbedingungen. Wenn Engagement selbst dort an Grenzen stößt, wo es eigentlich getragen werden müsste, zeigt sich, wie sehr die Engagement-Landschaft unter Druck geraten ist.
Gleichzeitig sorgen zahlreiche Rahmenbedingungen für zusätzliche Reibung, die Engagement hemmt und letztlich bremst. Wir sprechen hier von komplizierten Genehmigungen, zeitraubenden Berichtspflichten und ausufernden komplexe Regelwerken. Das alles kostet in der Summe viel Zeit, sorgt für eine spürbare zusätzliche Belastung. Auf der Strecke bleiben Energie und Motivation, also genau jene Ressourcen, die im Engagement ohnehin knapp sind.

Unsere zentrale Erkenntnis aus der Praxis von mittlerweile mehr als zehn Jahren aktiver Engagement-Arbeit in unzähligen niedrigschwelligen Partizipations-Projekten im Altenburger Land: Es fehlt nicht an Engagement. Die Menschen sind da. Die Bereitschaft sich einzubringen ist vorhanden. Vielerorts gibt es bereits gute Strukturen. Woran es fehlt, sind verlässliche, zugängliche und stabile Bedingungen, unter denen Engagement erst entstehen und dann auch dauerhaft wirksam sein kann.
Gerade im ländlichen Raum entscheidet sich das nicht auf dem Papier, sondern in der Engagement-Landschaft selbst: eben dort, wo Menschen erleben, ob ihr Handeln etwas bewirkt. Denn Engagement entsteht, wo Menschen sich als handlungsfähig erleben und erfahren, dass ihr Tun Wirkung entfaltet. Selbstwirksamkeit entsteht durch konkrete Erfahrung vor Ort.
Genau hier setzt unsere Arbeit an: „Erlebe, was geht!“ – nicht nur als Name unserer gemeinnützigen GmbH, sondern als gelebtes Motto und Prinzip. Wir formen und stärken Engagement-Landschaften so, dass Menschen ins Handeln kommen, dass sie sich ausprobieren können. Und damit erleben, dass sie etwas bewegen können. Wir schaffen dafür Orte, an denen sich Menschen treffen. Wir gestalten Prozesse, in denen sie sich einbringen können. Wir entwickeln Formate, die ins Tun führen. Und knüpfen Netzwerke, die tragen.
RÄUME FÜR ALLE, HINTER OFFENEN TÜREN
Wenn wir Engagement als eine Landschaft verstehen, dann braucht es Orte, in denen sie sich verdichtet und in denen Begegnung möglich wird. Wo Menschen sich wieder als Teil eines Ganzen erleben. Dabei wird Zugänglichkeit selbst zu einer entscheidenden Frage: Wer erreicht die Orte überhaupt und wer nicht? Gerade im ländlichen Raum entscheidet Mobilität darüber, ob Menschen überhaupt teilnehmen können. Wie diese Orte aussehen können, erleben wir in unserer täglichen Arbeit.
Ein solcher Ort sind für uns die Farbküche und die Farbküche auf Rädern. Ein offener Raum in der Innenstadt oder aufsuchend im ländlichen Raum, bewusst niedrigschwellig angelegt. Hier treffen sich Kinder und Jugendliche, Vereine, Initiativen, Engagierte und Neugierige. Diese Menschen kommen nicht, um sich zu engagieren. Sondern zunächst einmal, ganz profan, weil sie da sein können. Weil es diesen Raum gibt, dessen Türen für alle offen sind. Und genau daraus entsteht etwas: Gespräche, Ideen, Verantwortung. Nicht geplant, sondern gewachsen. So entsteht neue Infrastruktur für Engagement.
In einem weiteren Projekt – Stadt.Land.KulTour – schaffen wir Situationen, in denen Begegnung wieder möglich wird. Ein Tisch, der durch die Region wandert, ist ein konkreter Ausdruck dieses Ansatzes. Er wird aufgestellt, wo das Leben stattfindet: auf Plätzen, in Vereinen und auf Höfen. Er lädt ein, Platz zu nehmen, zuzuhören und sich einzubringen. Der Tisch ist dabei kein eigenes System, sondern ein Schnittpunkt in der Landschaft, an dem sich Beziehung wieder aufbauen kann.
KONKRETE GRUNDLAGEN STATT ABSTRAKTER KONZEPTE
In den Jahren unserer Arbeit haben wir gelernt: Viele Menschen haben Ideen. Sie wissen aber nicht, wo und wie sie anfangen sollen: Wie wird aus einer Idee ein Vorhaben? Wie finde ich Mitstreiter und Zugänge zu Ressourcen? Genau hier setzen wir mit unserer Akademie und Denkfabrik und unserem Gründungslabor an. Wir vermitteln keine abstrakten Konzepte, sondern konkrete Grundlagen: Wie starte ich ein Vorhaben? Wie entwickle ich ein tragfähiges Modell? Wie finde ich Partner, wo Wege zur Finanzierung? Im Kern geht es um Hilfe zur Selbsthilfe. Menschen werden befähigt, ihre eigenen Ideen umzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Wissen ist dabei Voraussetzung dafür, dass Selbstwirksamkeit entstehen kann.
AUS EINZELNEN IDEEN ENTSTEHT GEMEINSAME BEWEGUNG
Engagement braucht Handlungsspielräume. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren unterschiedliche Modelle der Mittelvergabe erprobt. Darunter Bürgerfonds, Jugendfonds und auch experimentelle Ansätze wie die Vergabe von Mitteln per Zufallsprinzip. Unsere Erfahrung ist eindeutig: Dort, wo Menschen selbst über den Einsatz von Mitteln entscheiden können, entsteht immer neue Dynamik. Ideen werden umgesetzt, Engagement wird konkret erfahrbar. Die Möglichkeit, eine eigene Idee realisieren zu können, ist eine der wirksamsten Einladungen ins Engagement.
Netzwerke verbinden Menschen, die sich sonst nicht begegnen würden, und sorgen dafür, dass aus einzelnen Ideen gemeinsame Bewegung entstehen kann. Engagement entsteht nicht isoliert. Es braucht Verbindungen, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Deshalb arbeiten wir bewusst in Netzwerken – regional, wie in Stadt.Land.KulTour. Und auch überregional, wie in der Kulturhanse, der Kinnings Community und den geförderten “Aller.Land”-Regionen.
Ein wesentlicher Teil von Engagement-Entwicklung entsteht häufig außerhalb staatlicher Strukturen und wird durch Stiftungen ermöglicht. In unserer Praxis erleben wir, dass viele innovative Ansätze zunächst in solchen Zusammenhängen entstehen: dort, wo ausprobiert werden darf, wo Fehler möglich sind. Und wo Lernen im Tun stattfinden kann. Stiftungen schaffen diese Freiräume. Sie ermöglichen es, neue Formate zu entwickeln, zu erproben und weiterzuentwickeln. Viele der Ansätze, die heute als wirksam gelten, sind auf diese Weise entstanden.
STAATLICHE PROGRAMME SCHENKEN ZEIT
Die Herausforderung besteht daher nicht nur darin, immer neue Ideen zu entwickeln. Sondern auch darin, das, was bereits funktioniert, aufzugreifen, zu übertragen und in dauerhafte Strukturen zu überführen. Hier liegt aus unserer Sicht eine zentrale Aufgabe zukünftiger staatlicher Engagement-Politik. Staatliche Initiativen wie des Ressort-übergreifende Beteiligungs-Programm Aller.Land zeigen, welches Potenzial entsteht, wenn Engagement-Förderung langfristig, kooperativ und prozessorientiert angelegt wird.
Im Rahmen von Stadt.Land.KulTour, von Aller-Land gefördert, erleben wir, wie sich genau das entwickelt: eine enge Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft und Kommune, getragen von gemeinsamen Zielen und wachsendem Vertrauen. Solche Programme schaffen nicht nur Projekte, sondern ermöglichen die unterliegenden Strukturen. Sie geben Zeit. Und Zeit ist ein entscheidender Faktor, damit Beziehungen entstehen, sich Rollen klären und ein gemeinsames Verständnis wachsen kann.
EHRENAMT MUSS VOM HAUPTAMT ENTLASTET WERDEN
Besonders deutlich wird dabei das Zusammenspiel von Hauptamt und Ehrenamt. Wo hauptamtliche Strukturen koordinieren, begleiten und entlasten, kann Ehrenamt seine eigentliche Stärke entfalten. Gleichzeitig wächst ein besseres Verständnis füreinander: Zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft. Damit diese Elemente wirken können, braucht es ein Umfeld, das sie trägt. Dazu gehören handlungsfähige Kommunen mit ausreichenden finanziellen und personellen Spielräumen. Ebenso entscheidend ist eine Verwaltung, die ermöglicht und hauptamtliche Strukturen, die koordinieren, begleiten und entlasten. Engagement scheitert selten an Ideen, aber häufig an Prozessen.
Ehrenamt braucht Anerkennung, aber nicht nur symbolisch. Urkunden und Anstecker sind wichtig, reichen jedoch nicht aus, wenn gleichzeitig die Rahmenbedingungen fehlen. Wirksame Anerkennung zeigt sich darin, ob Menschen Zeit, Raum und Unterstützung haben, sich einzubringen. Ob ihre Arbeit ernst genommen wird und ob sie tatsächlich gestalten können. Anerkennung bedeutet: Engagement möglich zu machen.
KULTUR ÖFFNET GEMEINSAME RÄUME
Ein zentraler Schlüssel aus unserer Praxis ist Kultur. Menschen kommen nicht zuerst wegen Beteiligung, sondern weil sie etwas erleben wollen: Gemeinsam singen, tanzen, gestalten, feiern. Kulturelle Anlässe schaffen niedrigschwellige Zugänge und bringen Menschen zusammen, die sich sonst nicht begegnen würden. Sie öffnen Räume, in denen Gespräch, Vertrauen und gemeinsames Handeln entstehen können. Kultur ist kein zusätzlicher Baustein, sondern ein zentraler Ermöglichungsraum für Engagement.

Die Herausforderung liegt nicht darin, immer neue Programme zu entwickeln, sondern darin, funktionierende Ansätze zu ermöglichen, zu verstetigen und zu übertragen. Das bedeutet: langfristige statt kurzfristige Förderung, flexible statt starre Strukturen, Vertrauen statt Kontrolle und eine klare Ausrichtung auf Wirkung vor Ort. Es geht nicht darum, möglichst viele Maßnahmen umzusetzen. Aus unserer Praxis empfehlen wir daher:
1. Orte schaffen, aktivieren und dauerhaft sichern
Engagement entsteht dort, wo Menschen sich begegnen können. Häufig sind diese Orte bereits vorhanden, werden aber nicht genutzt.
• Weiterentwicklung von Ansätzen wie Leergutagenten und Leergutscheinen, z. B. zur Finanzierung von Beratung und Entwicklungskonzepten für Leerstand
• Miet- und Betriebskostenförderung für zivilgesellschaftliche Räume
• Unterstützung bei Einrichtung und Ausstattung niedrigschwelliger Orte
• Vereinfachung von Nutzungsänderungen, um bestehende Räume schneller aktivieren zu können
• gezielte Förderung von mobilen und aufsuchenden Formaten und Treffpunkten
Ziel ist es, bestehende Räume wieder nutzbar zu machen und neue Orte dort entstehen zu lassen, wo sie gebraucht werden.
2. Unterstützungsstrukturen stärken
Ehrenamt braucht Begleitung, Koordination und Entwicklung.
• Aufbau von Gründungs- und Entwicklungslaboren, multifunktionalen Gemeinschaftsorten als Anlauf- und Knotenpunkte für Engagement und soziale Initiativen, siehe z.B. Kulturhanse
• Förderung von Organisationsentwicklung und Prozessbegleitung
• systematisches Lernen von Stiftungsansätzen, die langfristig begleiten und befähigen (z. B. aus der Praxis der Kinnings Foundation)
• die Etablierung von Schnittstellenstrukturen, die zwischen Ehrenamt und Verwaltung vermitteln und übersetzen sowie generationenübergreifende Verständigung innerhalb von Vereinen und Initiativen unterstützen
Ziel ist es, aus Ideen tragfähige Vorhaben entstehen zu lassen und bestehendes Engagement für neue Generationen anschlussfähig zu halten.
3. Selbstwirksamkeit ermöglichen
Engagement entsteht, wenn Menschen selbst entscheiden und handeln können.
• Ausbau von Bürgerfonds, Jugendfonds und Kleinprojektefonds, wie z. B. im Programm „Aller.Land“
• einfache, schnelle und unbürokratische Mittelvergabe
• stärkere Nutzung bewährter Verfahren wie Spendenparlamente, bei denen Bürger gemeinsam über Mittel entscheiden
• Erprobung und Skalierung innovativer Ansätze, wie: - vertrauensbasierte Fördermodelle, z. B. Flow Fund Schöpflin Stiftung, Step Change Förderung Kinnings Foundation sowie Fonds „Vereint für Demokratie“ - Zufallsverfahren zur Mittelvergabe Ziel ist es, Menschen unmittelbar erleben zu lassen, dass ihr Handeln Wirkung entfaltet.
4. Bürokratie radikal vereinfachen
Zu komplexe Verfahren binden Ressourcen und verhindern Engagement.
• konsequente Einführung von einfacher und verständlicher Sprache in allen Verfahren • Reduktion von Nachweis- und Berichtspflichten auf ein notwendiges Maß
• Bürokratie abbauen und neu denken, siehe z. B. Ergebnisse „Amt für unlösbare Aufgaben“ und Creative Bureaucracy Festival
• Einführung von standardisierten, niedrigschwelligen Förderverfahren
Ziel ist es, Verwaltung so zu gestalten, dass sie verständlich, zugänglich und unterstützend wirkt und Zeit und Energie wieder für das eigentliche Engagement verfügbar werden.1
5. Zugang ermöglichen
Engagement scheitert oft daran, dass Menschen nicht teilnehmen können.
• Finanzierung von flexiblen Mobilitätsangeboten im ländlichen Raum (z. B. Rufbusse und bedarfsgerechte Systeme, kostenfreier ÖPNV für Kinder und Jugendliche)
• Förderung von aufsuchenden und mobilen Angeboten
• gezielte Maßnahmen zur niedrigschwelligen Teilhabe
Ziel ist es, Engagement für alle erreichbar zu machen.
6. Langfristige und verlässliche Förderung sichern
Engagement braucht Kontinuität statt kurzfristiger Projektlogiken.
• Abkehr von kurzfristiger „Projekteritis“ hin zu dauerhaften Förderstrukturen
• stärkere Verbindung von Kulturförderung als Einstieg und Engagementförderung als Weiterentwicklung
• gezielte Verstetigung von erprobten und wirksamen Ansätzen
Programme wie Aller.Land oder LOKAL zeigen bereits, welches Potenzial entsteht, wenn Kultur, Begegnung und Engagement zusammen gedacht und langfristig angelegt werden.
7. Zusammenarbeit neu gestalten
Engagement entsteht dort, wo Zivilgesellschaft, Verwaltung und weitere Akteure gemeinsam handeln.
• ermöglichenden Verwaltung
• stärkere Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Kommune und Zivilgesellschaft
• Förderung von koproduktiven Formaten, siehe Bundespreis KOOP.Stadt
• mehr Vertrauen, Entscheidungsspielräume und Lernräume vor Ort
• Orientierung an Ansätzen der Zusammenarbeit, wie sie z. B. im RE:FORM-Kontext von ProjectTogether erprobt werden
Ziel ist es, nicht nebeneinander zu arbeiten, sondern gemeinsam Verantwortung für Entwicklung zu übernehmen.
8. Engagement-Kompetenz frühzeitig stärken
Engagement muss erlernbar und erfahrbar sein, insbesondere für junge Menschen.
• stärkere Verankerung von Engagement- und Beteiligungskompetenzen in Schule und Ausbildung
• Förderung von praxisnahen Lernformaten, in denen junge Menschen eigene Projekte entwickeln und umsetzen
• Verknüpfung von Bildung, Kultur und Engagement in schulischen und außerschulischen Kontexten
Ziel ist es, Menschen frühzeitig zu befähigen, ihre Ideen in eigenes Handeln zu übersetzen oder an bestehende Strukturen anzuknüpfen und diese weiterzuentwickeln.



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